Geschichte

Die geschichte des käsemarkts von Hoorn

Die Stadt Hoorn entstand um 1300 als kleine Siedlung von Bauern und Fischern entlang des Deiches, der Westfriesland gegen die damalige Zuiderzee, das heutige IJsselmeer, schützte. Hoorn befand sich an einer Kreuzung von Land- und Wasserwegen, wo Güter für den Weitertransport umgeladen werden konnten. Das machte Hoorn zu einem attraktiven Standort für Händler und Handwerker. Am 7. Juli 1356 erhielten die Einwohner das “Torrecht” (Stadtrecht), nach Zahlung einer beträchtlichen Geldsumme an den Fürsten. Hoorn entwickelte sich zum Verwaltungszentrum von Westfriesland und richtete sich auch auf den Überseehandel. Zwei bis drei Segelschiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) verließen jährlich den Hafen von Hoorn Richtung Ostasien.
Damals gehörte der Hoorner Käsemarkt zu den wichtigsten in Nordholland, und Käse wurde zu einem bedeutenden Exportartikel. Nach 1650 verlor Hoorn seine Funktion als Seehafen und die Stadt entwickelte sich zu einem regionalen Markt für landwirtschaftliche Produkte. Auf dem zentralen Platz der Stadt, der heute Roode Steen (Roter Stein) heißt, früher aber Kaasmarkt (Käsemarkt) genannt wurde, fand der Markt statt. Käse war der wichtigste Handelsartikel.

Jeden Donnerstag früh morgens fuhren Pferdewagen auf den Roode Steen, um die runden Edammer Käse (Edammertjes) zu liefern. Auf dem Platz wurde Stroh ausgebreitet, um als Untergrund für den aufgestapelten Käse zu dienen. Das Stapeln geschah sehr sorgfältig – eine schöne Käsepyramide machte Eindruck und sorgte für mehr Geld in der Kasse. Nach dem Abladen wurden die Fuhrwerke auf dem Achterom abgestellt, die Bauern zogen in die Gastwirtschafte und dann kamen die Käseträger mit ihren „Berries“, die Tragen auf denen der Käse transportiert wurde, an die Reihe.
Der Markt war in Viertel unterteilt mit einer jeweils eigenen Farbe. Auch die Strohhüte und Berries der Käseträger waren in diesen Farben gehalten. Schließlich kamen die Hauptdarsteller ins Bild, die Käsekäufer. Die Käsestapel wurden per Handschlag verkauft und dann in der Wage (das jetzige Café „De Waag“) gewogen. Nach dem Wiegen wurde der Käse in zweirädrige Handwagen umgeladen und zu den Käse-Lagerhäusern transportiert, von denen auch heute noch einige existieren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden große Molkereibetriebe und dadurch gingen die wöchentlichen Käsemärke zu Ende. Heutzutage holen Tankwagen die Milch von den Bauern ab und der Käse wird in großen Käsereien hergestellt, zum Beispiel bei Beemsterkaas, etwa 10 Kilometer von Hoorn entfernt.